Auswertung von Fruchtbarkeitskennzahlen von Milchkühen

Fruchtbarkeitskennzahlen bieten die Möglichkeit, die Fruchtbarkeitsleistung in einem Milchvieh-Bestand zu bewerten. Darüberhinaus ist es auch möglich, Aufschluss über verschiedene Managementfaktoren wie z. B. die Brunstbeobachtung zu gewinnen. Dabei sollte man darauf achten, eine Fruchtbarkeitskennzahl (z. B. die Güstzeit) nicht isoliert zu betrachten, sondern sie in Beziehung zu anderen Fruchtbarkeitszahlen zu setzen, um eine bessere Informationslage zu erhalten. Beispiele, wie einzelne Zahlen täuschen können, erhalten Sie bei der Beschreibung der Kennzahlen.

Man kann grundsätzlich zwischen den retrospektiven und den prospektiven Kennzahlen unterscheiden. Bei den retrospektiven Zahlen werden tatsächlich in der Vergangenheit stattgefundene Ereignisse bewertet. So beschreibt die Zwischenkalbezeit die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden Abkalbungen bei einer Kuh. Da beide Ereignisse in der Vergangenheit liegen, wird lediglich die Fruchtbarkeit retrospektiv erfasst. Eine Aussage über die aktuelle Situation ist dagegen nicht möglich. Es ist auch möglich, die Zahlen im Verlauf mehrerer Jahre zu rückblickend zu vergleichen. Einen anschaulichen Überblick über die Zusammensetzung der retrospektiven Kennzahlen vermittelt auch die Animation rechts.

Mit den prospektiven Fruchtbarkeitskennzahlen versucht man aktuelle Entwicklungen möglichst zeitnah zu erfassen. Problematisch dabei ist, dass bestimmte Ereignisse, wie z. B. der embryonale Fruchttod, nicht im Vorfeld erfasst werden können. Deshalb fallen die prospektiv errechneten Zahlen zumeist "besser" aus, als die tatsächlich entstehenden Zahlen.

Besondere Beachtung verdienen auch die Bewertung der Brunstnutzung und des Besamungserfolgs. Dies soll hier deshalb näher beleuchtet werden.

Brunstnutzung und Besamungserfolg
Retrospektive Fruchtbarkeitskennzahlen

Die Definitionen aller wichtigen Fruchtbarkeitskennzahlen finden Sie zum Download in einer übersichtlichen Tabelle unter Tools.

Kühe auf der weide